Bio Campbell, S. 1212-1220. Die Ernährung der Tiere
Es gibt, von der Ernährungsseite her betrachtet, drei Arten verschiedener Tiere:
• Herbivoren --> Pflanzenfresser
• Carnivoren --> Fleischfresser
• Omnivoren --> Allesfresser
In Notsituationen kann es aber durchaus mal vorkommen dass ein Tier seine Essgewohnheit ändert um über die Runden zu kommen. Und selbstverständlich isst auch ein Pflanzenfresser Mikroorganismen, das lässt sich ja gar nicht verhindern.
Tiere nehmen insbesondere Kohlenhydrate, Proteine und Lipide auf. Diese brauchen sie um zur Herstellung von Energie, in Form von ATP.
Gewisse Stoffe können Tiere nicht selber herstellen und müssen deshalb von ihnen aufgenommen werden. Solche Stoffe nennt man essentielle Stoffe. Es gibt vier Gruppen essentieller Nährstoffe:
--> Essentielle Aminosäuren, essentielle Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe.
Tiere benötigen 20 verschiedene Aminosäuren um ihre Proteine aufbauen zu können. Die meisten Tiere können etwa die Hälfte davon selber synthetisieren, wir Menschen müssen 8 essentielle Aminosäuren aufnehmen (Kleinkinder 9).
In Produkten wie Fleisch, Käse oder Eiern sind sämtliche Proteine vorhanden, aber Pflanzen sind meistens „unvollständig“, daher braucht man verschiedene Gemüse / Früchte wenn man sich vegetarisch ernährt.
Fettsäuren können fast alle von Tieren selber hergestellt werden, nur ungesättigte Fettsäuren (mit Doppelbindungen) müssen aufgenommen werden. Da Gemüse, Getreide und Samen genug davon enthalten ist ein Mangel bei Menschen selten.
Vitamine sind organische Moleküle die in sehr geringer Menge aufgenommen werden müssen. Sie wirken als Coenzyme oder hilft dem Körper Gifte zu verdrängen oder bestimmte Stoffe leichter aufzunehmen. Einige wenige Vitamine wie zum Beispiel Vitamin D (Knochenaufbau) können wir selber herstellen wenn wir genug Sonnenlicht abkriegen. Was man bis heute nicht weiss ist ob ein Überschuss an Vitaminen gesund oder doch schädlich sein kann.
Mineralstoffe werden ebenfalls nur in sehr geringen Mengen benötigt, der Mensch braucht vor allem Calcium und Phosphor (Knochenaufbau / ATP-Synthese). Mineralstoffe sind oft Co-Faktoren von enzymatischen Reaktionen oder halten das osmotische Gleichgewicht aufrecht. Zu grosse Aufnahmen von Mineralstoffen (z.B. Eisen) kann zu toxischen Nebenwirkungen führen.
Unterernährung: Ist ein Tier unterernährt baut es das im Körper gespeicherte Fett und die Kohlenhydrate auf. Danach beginnt es seine eigenen Proteine abzubauen wodurch unter anderem die Muskelmasse und die Gehirnmasse abnehmen kann. Selbst wenn das Tier dann überlebt sind manche Schäden bereits irreversibel.
Fehlernährung: Isst ein Tier Pflanzen die auf einem phosphorarmen Boden wachsen, kann dies schon zu Fehlernährung führen. Auch Menschen die sich vorwiegend von Reis ernähren haben schnell einen Vitamin-A Mangel. Dies kann zu Krankheit, Fehlbildung oder sogar Tod führen.
Für die Wissenschaftler ist es ziemlich schwierig den Nährstoffbedarf des Menschen herauszufinden, da Menschen als Versuchsobjekte problematisch sind. Die Entdecker der Vitamine machten vor über 100 Jahren Selbstversuche um andere nicht zu schädigen.
